Kommunalisierung-Rettungswa

Wertvolle Fachkräfte langfristig halten – Landrat Friedel Heuwinkel mit Rettungsassistent Nick Morgenthal, Leiter der Lemgoer Rettungswache Alexander Fanenbruck und Herbert Dahle.

„Unser oberstes Ziel muss es sein, die hohe Qualität unseres Rettungsdienstes in Lippe nachhaltig und langfristig zu erhalten“, betont Landrat Friedel Heuwinkel bei einer Pressekonferenz in der neuen Rettungswache in Lemgo. Diese ist eine von drei Rettungswachen in Lippe, die der Landrat unter Vorbehalt der Zustimmung des Kreistages in 2016 in kommunale Hand übernehmen will.

Nach einer Novellierung des Rettungsdienstgesetzes ist es nun vorgeschrieben, dass die Trägerschaft der Rettungswachen alle fünf Jahre von den Kreisen und kreisfreien Städten neu vergeben werden muss. „Gerade unter Berücksichtigung der demographischen Veränderungen wird die große Bedeutung des Rettungswesens weiterhin steigen. Es ist das Herzstück unserer Gesundheitsversorgung, deshalb haben wir ein besonderes Augenmerk darauf“, erklärt der Landrat. Durch die Gesetzesnovellierung befürchten die Kommunen nun aber eine höhere Instabilität und Unruhe, da alle fünf Jahre neue Verantwortliche und Mitarbeiter die Rettungswachen besetzen. Daher entscheiden sich bundesweit immer mehr Kommunen dafür, den Betrieb ihrer Rettungswachen zu kommunalisieren.

„Was die zeitliche Befristung der Vergabe für den einzelnen Retter bedeutet, kann jeder nachvollziehen“, erklärt Heuwinkel. „Alle fünf Jahre Angst um seinen Arbeitsplatz zu haben, wie soll unter diesem Druck langfristig gute Leistung erbracht werden. Der Kopf ist nicht frei für die eigentliche Arbeit. Durch die Kommunalisierung wird dieser Druck von den Mitarbeitern genommen“, ist er sich sicher.

Laut seinen Plänen, möchte der Landrat die Wachen Bad Salzuflen, Lemgo sowie die Wache Lügde Elbrinxen übernehmen. Stimmt die Politik dem zu, werden voraussichtlich Mitte kommenden Jahres 50 Stellen für Rettungssanitäter und Rettungsassistenten ausgeschrieben. „Deren wertvolle Berufserfahrung bleibt dem Kreis Lippe durch Sicherung des Arbeitsplatzes langfristig erhalten. Abwanderungen zu anderen Kommunen, die den Rettungsdienst kommunal aufgestellt haben, verlieren damit ihren Reiz“, so der Landrat.

Der Kreis Lippe erhofft sich durch die Teilkommunalisierung zukünftig auch wirtschaftlich stark aufgestellt zu sein. „Durch die geplante zentrale Beschaffung rettungsdienstlicher Verbrauchsmaterialien sind auf dem Markt bessere Preise zu erzielen und der Verbrauch kann effektiver gesteuert und überwacht werden“, argumentiert Meinolf Haase, Regiebetriebsleiter Bevölkerungsschutz.

Bisher wurde die Wache in Elbrinxen durch das DRK Weserbergland, die beiden anderen Wachen durch das DRK Lippe betrieben. Bei diesen bedankt sich der Landrat ausdrücklich für die professionelle Begleitung. „Besonders mit dem DRK Lippe arbeiten wir in vielen Bereichen zusammen und ich freue mich auf eine weitere enge Zusammenarbeit“, sagt Heuwinkel.

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