Lemgo-Wappen-600x400Aufgrund der weltpolitischen Situation ist die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber in den letzten Monaten in Europa und Deutschland deutlich angestiegen. In Lemgo sind die Unterkünfte für die hilfesuchenden Menschen seit Jahren über das Stadtgebiet verteilt, auch um eine größtmögliche Akzeptanz und Integration zu erreichen. Durch die jüngsten Zuweisungen sind die Kommunen in besonderer Weise gefordert. Die vorhandenen Übergangswohnheime sind ausgelastet, neue dezentrale Flächen erforderlich. „Eine Massenunterkunft in unserer Stadt wird von Politik und Verwaltung einvernehmlich abgelehnt und das ist auch gut so“, formulierte Bürgermeister Dr. Reiner Austermann in einem Pressegespräch am heutigen Tage.

Der Bürgermeister informierte gemeinsam mit seinem Geschäftsbereichsleiter Stadtplanung und Bauen, Markus Baier über die Entscheidung der Verwaltung, den leerstehenden südlichen Gebäudesteil der Grundschule in Hörstmar, den Menschen zur Verfügung zu stellen, die aus Kriegs- und Krisengebieten zu uns kommen.

Bekanntlich läuft die Nutzung des Standortes Hörstmar der Grundschule West zum Ende Juni diesen Jahres aus. Dann verlassen die letzten Viertklässler/innen die Schule. Der Klassentrakt Süd in Hörstmar wird bereits jetzt nicht mehr genutzt. Über eine neue Erschließung des Gebäudetraktes von der Hofbrede aus, lässt sich dieser Gebäudeteil ohne Störung des Schulbetriebes nach einem Umbau separat als Unterkunft nutzen. Der Zugang zum Schulhof wird geschlossen. In einem zweiten Bauabschnitt sollen später die notwendigen sanitären Anlagen geschaffen werden. Für die Übergangszeit werden entsprechende Sanitärcontainer aufgestellt.

Die vier Klassenräume des südlichen Klassentraktes werden kurzfristig in acht Unterkunftsräume für maximal 30 Personen umgestaltet. Je zwei Aufenthaltsräume erhalten einen Nebenraum mit Kochgelegenheit.

In der Vergangenheit war die Schule in Hörstmar integrativer Teil des Dorflebens. Damit diese Funktion des Dorfmittelpunktes auch in Zukunft erhalten bleibt, haben sich unter Federführung von Thorsten Sagner und Volker Stüer engagierte Bürger zusammengefunden und Ideen für eine zukünftige Nutzung entwickelt. Diese Ideen haben es auch zu einem Leitprojekt im Rahmen der LEADER-Bewerbung um EU-Fördermittel  gebracht. Hierzu wird mit einer hoffentlich positiven Entscheidung im Sommer dieses Jahres gerechnet.

Auch ohne eine mögliche Förderung aus dem LEADER-Projekt ist es erklärtes Ziel des Bürgermeisters und der Stadtverwaltung, dass Teile der Schulgebäude der zukünftigen Dorfentwicklung Raum bieten, wobei die Entscheidung natürlich dem Rat vorbehalten ist.

Abschließend macht der Bürgermeister deutlich, dass die Integration der zu uns kommenden Menschen ein wesentlicher Punkt der Erreichung einer Akzeptanz der Einrichtung der Unterkünfte in den verschiedenen Stadt- und Ortsquartieren sei.

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